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Malteser im Rhein-Sieg-Kreis

5 Jahre „Notfallseelsorge-Unterstützung“(NFSU) der Malteser im Rhein-Sieg-Kreis und der Bundestadt Bonn

Die „Notfallseelsorge-Unterstützung“ (kurz: NFSU) ist ein Projekt, das die Malteser im Jahr 2009 mit der Notfallseelsorge Bonn/ Rhein-Sieg eingeführt haben.

17.04.2014
Ulf Krüger, Pfarrer Albrecht Röbke und Robert Osten überprüfen den Betreuungsrucksack der NFSU-Gruppe

„Bei vielen Einsätzen haben wir gesehen, dass die Notfallseelsorger gar nicht zu ihren eigentlichen Aufgaben kommen“, beschreibt Ulf Krüger, stellvertretender Leiter der Einsatzdienste im Rhein-Sieg-Kreis und vor fünf Jahren Mitbegründer der „Notfallseelsorge-Unterstützung“ in der Region.  „Die NFSU-Gruppe haben wir gegründet, um den Notfallseelsorgern vor Ort den Rücken frei zu halten. Wir kümmern uns um Fahrdienste für Betroffene, übernehmen organisatorische Aufgaben für den Seelsorger oder halten Material bereit, das vor Ort benötigt wird“, so Krüger weiter.

Geboren wurde die Idee einer solchen Gruppe durch die Bonner Malteser und schon vor dem Jahr 2009 in einer lockeren Zusammenarbeit mit dem Seelsorgeteam umgesetzt. Bereits in dieser Zeit kam es zu mehreren teils großen NFSU-Einsätzen, die äußerst professionell umgesetzt wurden. Die hieraus gewonnenen Einsatzerfahrungen flossen in eine am 12. April 2009 offiziell erstellte Kooperationsvereinbarung mit der Notfallseelsorge ein. „Seit 2009 haben wir schriftlich festgelegt, dass wir die rein ehrenamtliche Leistung an 365 Tagen, rund um die Uhr anbieten und Notfallseelsorger im Einsatz organisatorisch und logistisch unterstützen“, berichtet Andreas Hense, der bei den Bonner Maltesern den Bereich der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) koordiniert.

Im Laufe der Zeit wurde das ehrenamtliche Team zu zahlreichen zum Teil brisanten Einsätzen gerufen: Mord an einem Mädchen in Königswinter, vereitelter Amoklauf am Schulzentrum in St. Augustin, die Betreuung von Einsatzkräften bei der Loveparade-Katastrophe in Duisburg oder ein Busunfall in Lohmar. Für Robert Osten, Leiter Einsatzdienste in Bonn, ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit der beteiligten Standorte ein Grund für die erfolgreiche Arbeit der NFSU-Gruppe: „Malteser aus Bonn, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach und Siegburg arbeiten in der Gruppe zusammen. Dadurch sind wir immer in der Lage bei Bedarf weitere qualifizierte Helfer in den Einsatz zu bringen.“ Die rein ehrenamtliche Tätigkeit aller Helfer betont Frank Meurer, Leiter Einsatzdienst im Rhein-Sieg-Kreis: „Alle Mitglieder der Gruppe leisten den Dienst komplett ehrenamtlich und sind dennoch hoch qualifiziert und gut auf die Arbeit vorbereitet.“

Nicht nur in „großen“ Einsätzen sorgen die NFSU-Helfer dafür, dass die Seelsorgekräfte in Ruhe arbeiten können; auch bei kleineren Einsätzen, wie einem Ertrinkungsunfall in einem Badesee, sind die Malteser im Einsatz. So brachten sie in diesem Fall Freunde des Verstorbenen im Einsatzfahrzeug zu einer Betreuungsstelle. „Diese auf den ersten Blick kleinen Hilfeleistungen ermöglichen es uns, unsere Seelsorgegespräche so zu führen, dass wir effektive Präventionsarbeit zur Vermeidung von Folgeschäden leisten können“, weiß Pfarrer Albrecht Röbke vom Leitungsteam der Notfallseelsorge. „Wir sind daher sehr froh, dass die Malteser uns mit der NFSU-Gruppe so zuverlässig unterstützen“, so Röbke weiter.

Die Helfer der NFSU-Gruppe werden im Schnitt einmal im Monat über ein Handyalarmierungssystem zum Einsatzort beordert. Einsatzschwerpunkte sind Verkehrsunfälle und Suizidhandlungen im öffentlichen Raum. Ein regelmäßiger Austausch mit Kollegen, eine gute fachliche Ausbildung und auch die Möglichkeit eines Einsatznachsorgegespräches sorgen dafür, dass auch die Helfer der NFSU-Gruppe die oft schwierigen Einsätzen verarbeiten können.

Text: U. Krüger, D. Könen


 

Bilder: Malteser Hilfsdienst

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